Donnerstag, 18. Februar 2016

wenn der Heißhunger kommt

Bei mir geschieht es gern abends:
plötzlich habe ich einen unbändigen Appetit,
der täuschend echt so tut, als sei er Hunger.
Als sei es völlig selbstverständlich jetzt zu essen - egal was.
Hauptsache schnell und viel!

Darauf falle ich eigentlich nicht mehr rein.
Ich weiß, das ist kein Hunger, dass ist Freund Heißhunger.
Aber leider übernimmt er gern das Kommando und es ist gut, auf den Kerl vorbereitet zu sein.

So bekoche ich meinen Sohn vormittags.
Das macht mir gar nicht aus.
Ich kann auch abschmecken - und es bleibt etwas für meinen Sohn übrig ...
Im Gegenteil, mittlerweile bin ich bei Tag 35 und dieses Abschmecken führt zu wahren Geschmacksexplosionen, da man durch die lange Saft-Zeit von allem möglichen entwöhnt ist, was man sonst so zu sich nimmt. (Salz, Fett, künstlicher Krams ...)

Aber ab 16 Uhr kann er noch so vergungert dreinschauen:
ich koche nichts mehr, denn sonst wecke ich schlafende Hunde (Freund Heißhunger).

Manchmal kommt er trotzdem.
Dann hilft es, zB ein heißes Bad zu nehmen.
Wenn mir wirklich warm ist, verkrümelt sich der Heißhunger.

Natürlich kann ich nicht jeden Abend in der Badewanne verbringen.
Ich halte diese Möglichkeit aber für die Notfälle im Hinterkopf, wenn das nächste Mittel versagt.

Und zwar hat mir meine Schwester zu Weihnachten eine irre blöde Tasse geschenkt.
Ich meine, seit Jahren entrümpel ich und wenn ich irgendwas habe, dann einen "oh, diese Tasse muss ich kaufen!"-Tick.
Und ausgerechnet eine Riesen-Weihnachtstasse von meiner Lieblingsschwester.
Wah!


Aber:
die Tasse ist der Knüller!
Denn in das Tässchen passt ca 1 Liter Kram rein.
Und nun habe ich ein Abendritual, das nicht gaaaaanz saftig ist.
Und zwar kaufe ich Flaschen mit passierten Tomaten, gebe einen dicken Schluck davon in die Tasse und fülle mit kochendem Wasser auf.
Je nachdem gebe ich auch ein wenig Sambal Olek hinein.
Scharf würzen ist ok - in Maßen - salzig geht gar nicht, da ich dann umgehend Hunger bekomme und mich selbst aus dem Fastenmodus schubse.

Noch ein Tipp:
nimm Dich selbst aus Deinem Alltag heraus.
Wenn Du sonst die Abende vor dem Fernseher verbracht hast und gewohnt bist, dabei etwas zu essen:
nimm Dir abends ein Buch oder geh aufs Laufband oder oder oder - aber meide alles, bei dem Du gern - zB in den Werbepausen - zum Kühlschrank marschierst.

Und noch ein wichtiger Tipp:
je langer Du schon Saft fastest, desto mehr erinner Dich bitte an die eine Python, die durch die Nachrichten ging, weil sie daran verreckte, dass sie ein komplette Stachelschwein am Stück verschlungen hat.

Python verschlingt Stachelschwein

Jedenfalls kam sie mir einmal in den Sinn, als ich ... lacht ruhig ... einmal mit Sekt mit angestoßen hatte.
Alkohol wirkt beim Fasten gleich dreifach und obwohl ich nur ein Glas getrunken hatte, war ich danach sehr sehr ... dämlich! ... und futterte vor dem Schlafengehen mal eben den Kühlschrank leer.

Nachts dachte ich sehr lange an diese Schlange, denn ich hatte nun eine Ahnung, wie sie sich beim Sterben fühlte.
Um Himmels willen:
wenn Freund Heißhunger die Schlacht gewinnt, denkt an die Python und sucht Euch eine Bremsspur, die nachts nicht zu Krämpfen führt. Ein Fasten sollte man um seines Magens willen mit Schonkost beenden.
Ich bin kein Freund des gedünsteten Apfels - ich breche ein Fasten lieber mit Kartoffelbrei und Brühe.

Auf keinen Fall mit Pizza, Döner und den SuperNachos.

Es war eine fürchterliche Nacht!
Da konnte die Schlange des kleinen Prinzens, die ein Schaf gefressen hatte, eindeutig nicht mithalten ... es muss schon ein wehrhaftes Stachelschwein sein, das Ihr Euch dabei vorstellen müsst.

Ja, der Heißhunger mag damals gewonnen haben, aber er hat mir die Python geschenkt - die damit auch nicht umsonst gestorben ist, denn sie bewahrt mich sehr oft vor unsinnigen mitternächtlichen Naschereien.

Und nein, das hier ist kein Bericht von einer Irren, die Wege aufzeigt, wie man länger hungern kann.
Fasten ist etwas komplett anderes als Hungern.
Und wenn ich morgens mit Hunger aufwache, dann weiß ich auch, dass es evtl. auch vor Tag 60 Zeit ist, das Fasten - mit Würde, nicht mit einer Tüte Chips und einer Familienpackung Eis - zu beenden.


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