Mittwoch, 5. Oktober 2016

Cheat Days beim Saftfasten?!

Wieder eine prima Frage, die ich per Mail bekam.
Wie sieht es beim Saftfasten mit so genannten Cheat Days aus?

Unter Cheat Days versteht man Tage, bei denen der "Abnehmer" sich nicht an seine Diät hält, sondern fuscht/schummelt.
Die Low Carbler futtern Brötchen, die Low Fatler schmieren sich Butter drauf.

Wie wäre es also, wenn man beim Fasten einen Tag die Woche isst?

Schlechte Nachricht:
Dann müsste man am nächsten Tag erneut mit dem Fasten beginnen.
Wer eine Saftkur beginnt, hat in den ersten Tagen meist mit Hunger zu kämpfen.
Ich bin jetzt bei Safttag Nummer 82 und natürlich habe ich Gelüste, aber eben keinen Hunger.
Mein Alltag ist schön, bunt und ruhig - ich mache mir meine Säfte, trinke Saft, Tee, Wasser, verdünnten Saft und jaaaa, ich gestehe:
hin und wieder einen Kaffee.
Ich habe mir entkoffeinierten Pulverkaffee gekauft.

Aber das war ja gar nicht die Frage :)

Wer einen Cheat Day einführt, beginnt nach jedem Cheat Day neu mit dem Fasten.
Viele erleben die ersten Fastentage gern mit sehr übler Laune, Unruhe, Kopfschmerzen.
Gerade bei uns Übergewichtigen, ist Essen gern so etwas wie das Putzen bei Katzen :)
Werden wir aus dem Konzept gebracht, naschen wir ein wenig und arbeiten dann konzentriert und entschlossen weiter - wird uns das Naschen genommen, schmeißt uns das anfangs gern ein wenig aus der Bahn.
Ich erlebe es jedenfalls so.
Gerade die ersten Tage, habe ich immer und immer wieder den Reflex, irgendwas zu kochen/essen um mich zu sammeln.
Wird mir das genommen, fällt es mir erst einmal schwer, auf der Spur zu bleiben.
Ich habe da jetzt einen frisch antrainierten Reflex, mir dann einen entkoffeinierten Pulverkaffee aufzubrühen :)

Der soll sich bitte erst mal so richtig etablieren, bevor ich nach irgendwelchen Cheat Days auf alte "Nasch-Reflexe" zurückgreife.

Ein Cheat Day würde dazu führen, dass man am Tag danach wieder Hunger hat

Wer fastet, hungert nämlich nicht.
(also, nach den ersten Tagen ...)

Wenn ich sage, dass ich seit 81 Tagen eine Saftkur mache, denken viele, ich müsse doch völlig ausgehungert sein - glaubt mir, jemand der bei Tag 3 seiner Saftkur ist, hat deutlich mehr Hunger und muss viel tapferer sein, als ich jetzt!

Natürlich bin ich oft verlockt, zu essen.
Wenn mein Töchterlein zu Besuch kommt und ich sie bekoche, ist es mir ein Genuss, ihr Essen abzuschmecken, aber ich passe sehr auf, dass ich es nicht übertreibe, damit ich mich dabei nicht aus dem Fastenmodus schubse.
Dieses Bekochen und Abschmecken, würde ich in der ersten Fastenwoche auch nicht empfehlen, denn da läuft doch noch Gefahr, die komplette Pfanne leerzulöffeln ...

Gar kein Cheat Day beim Saftfasten?
Naja ... man kann schon ein wenig naschen, muss aber wissen, dass das Gewicht dann auch auf der Stelle stehenbleibt.
Bei mir sind es gern mal Mangos und/oder Avocados, die auf den Umweg durch den Entsafter verzichten.
Seit Tag 60 esse ich gelegentlich mal ein Stück Naturtofu, um etwas gegen einen evtl. Eiweißmangel zu tun.
Die Sache beim Saftfasten ist, dass Naturtofu mir jetzt absolut grandios schmeckt - eine wahre Delikatesse!
Eigentlich wollte ich mir ja den Räuchertofu gönnen, den ich sonst so liebe, aber lacht mal:
den fand ich entsetzlich salzig, während ich den Naturtofu köstlich finde.

Ich kann auch Mandeln, Bucheckern oder Nüsse naschen, ohne danach Hunger zu bekommen - aber die Waage reagiert am nächsten Tag immer prompt mit einer Zunahme.
Es hat also für diejenigen, die mit einer Saftkur abnehmen wollen, keinen Sinn, sich täglich Tofu, Bananen und Nüsse auf den Plan zu setzen, denn dann erleben sie das Wunder, wie ihr Körper damit sein Gewicht hält und sie nicht abnehmen oder sogar zunehmen.

Was also den Cheat Day angeht, muss auch jeder für sich herausfinden, was er zu sich nehmen kann, ohne wieder hungrig zu werden.
Als ich am Ende meiner letzten Saftkur angekommen war, habe ich da recht mutig herumexperimentiert und einiges herausgefunden, was mir in dieser Saftkur noch nutzt.

Eine Bekannte kann zB Brühe trinken - sie gönnt sich am Samstagabend eine Hühnerbrühe.
Für mich ist das das Ende einer Saftkur - egal, welche Brühe: danach habe ich Hunger, als hätte ich nie gefastet.

Aber ich kann einen Eiskaffee (kalter Kaffee mit Schokoeis) trinken.
Am nächsten Tag wiege ich ein Kilo mehr, aber ich habe keinen Hunger.

Mein Fazit zum Cheat Day ist also:
das würde ich erst zum Ende der Saftkur hin "riskieren"
und bitte bedenkt: wenn Ihr lange gefastet habt, kann ein üppiges Mahl zu ganz gruseligen Bauchschmerzen und Krämpfen führen!

Beim Abfasten ist erst mal Schonkost angesagt und kein Schweinebraten mit Klößen!


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