Saftfasten für Anfänger

Saftfasten?!

Ich kann nur jedem Interessierten empfehlen, sich den Film von Joe Cross anzuschauen.
Fat, sick and nearly dead
(sollte der Link nicht mehr laufen, sagt mir bitte Bescheid)

Im späten Dezember 2014 bin ich zufällig über den Film gestolpert, habe ihn mir spät abends angesehen und am nächsten Morgen habe ich spontan und ohne weitere Vorbereitung meine 1. Saftfastenkur begonnen.
Soviel dazu, wieviel Vorbereitung man braucht.

In dem Film reist Joe Cross mit seinem Auto kreuz und quer durch die USA.
Man sieht, dass er sich ganz nach Lust und Laune Säfte zubereitet und auch mal Smoothies trinkt.
Mir hilft der Film sehr viel weiter als alle Bücher, Blogs, Zeitschriften etc.
Auch wenn man Joe Cross dank seines breiten australischen Dialekts nicht immer versteht, so sieht man doch, dass er eine Pause vom Alltag genommen hat, Gemüsesaft trinkt und am Ende seiner 60 Tage schlank und gesund ist.
Auch wird gezeigt, wie er die ersten 4 Tage sehr unleidlich und ausgehungert vor sich her grummelt und lieber im Bett bleibt, als etwas zu unternehmen.

Damit komme ich zu:

Wie lange sollte ich Saft fasten?

Länger als 4 Tage!
Einfach um einmal zu erleben, wie der Körper vom hungern ins Fasten umschaltet.
Am 4. oder 5. Tag erlebt man einen wahren Energieschub.
Aber das ist nur meine Meinung - ich treffe (meist online) immer wieder Menschen, die ein Fastenwochenende "durchstehen".
Das ist nicht meins.

Wie erging es Dir beim ersten Mal?

Grandios!
Ich war zufällig in den ersten Tagen komplett allein und hatte auch keinerlei besonders nahrhaften Vorräte mehr im Haus.
Zufällig hatte ich noch irgendwelches Gemüse und Äpfel da - daraus entstand die erste Kanne Saft und ich fand sie trotz mit entsafteten Rotkohls echt lecker (später ließ ich das mit dem Rotkohl erst mal sein)
Von ca 111 kg rauschte ich auf ca 92 kg runter.
Das ist noch immer heftig übergewichtig, aber ich gewann schon lange vorher enorm an Lebensqualität zurück.
Meine dauernden Kopfschmerzen verschwanden als erstes.
Meine Schlafprobleme danach.
Und dann kamen sogar eine gewisse Freude am Sport zurück - im Herbst 2015 begann ich wieder zu joggen.

Nach meiner 1. Saftkur wollte ich relativ bald die 2. Saftkur starten, tat mich aber ungemein schwer, die ersten Tage zu überstehen. Ich weiß nicht, wie oft ich "Tag 1" wiederholte.
Und jetzt - Stand Juli 2016 - bin ich bei meiner 4. Saftkur.

Man sollte meinen, dass ich mich dann so langsam schon dem Untergewicht nähern sollte, aber keine Bange:
es ist mir im Winter "gelungen" von den 92 kg wieder zurück auf 110 kg zu geraten.
Wer mag, kann es den JoJo-Effekt nennen.
Ich mag nicht.
Ich bin im Winter sehenden Auges in alte Muster gefallen, einfach weil ich weiß, dass die Methode, mit kochen/bekochen/essen mir hilft vieles zu überwinden. Ich beiße mich halt durch ...
Aber diesmal war mir sehr klar, dass ich nun ein Mittel gegen die Pfunde hatte, die ich gerade wieder ansammelte.

Warum keine Diät oder Ernährungsumstellung?

Diäten halte ich nicht durch - ich neige dazu, mir zu viele Ausnahmen schönzureden.
So habe ich es zB geschafft bei Weight Watchers kräftig zuzunehmen.
Es gibt kaum eine Diät, an der ich nicht gescheitert bin.
Mir fehlt es vermutlich an Disziplin :)
Das Saftfasten ist klarer - verbietet das Schönreden:
wenn es nicht aus dem Entsafter kommt, ist es falsch!



Vorteile der Saftkur

Was ich am Saftfasten absolut liebe, ist die Freiheit dabei.
Ich kann ständig den Geschmack meines Saftes variieren und ich bin niemandes Depp bei der Sache.
Kaum ein Markt ist lukrativer als wir Dicken
(oder wir Einsamen und wir Alten - nächstes Jahr werde ich schon 50 ... und einen Mann habe ich übrigens auch nicht)
Und kaum etwas macht mich wütender, als wenn andere an meinem Elend auch noch verdienen.
Formula-Diäten (also Pulvermampf) haben bei mir auch ganz gut geklappt.
Jedenfalls immer so lange, bis mir vom Duft des Pulvers schlecht wurde, wenn ich die Dose öffnete.
Und wenn man dann den Wert des Pulvers mal mit dem Verkaufspreis vergleicht ... gruselig.
Außerdem gibt es zu wenige Geschmacksrichtungen - und noch weniger, die "schmecken".

Das Problem hat man beim Gemüsesaft gar nicht.
Man kann eigentlich jedes Gemüse entsaften, das man auch roh verzehren darf.
Mit Obst kann man dann alles ein wenig fruchtiger schmecken lassen - aber Vorsicht:
Birnen, Trauben ... führen zu leckeren Säften, bringen aber auch viel Fruchtzucker mit.
In jedem Saft sollte mehr Gemüse als Obst stecken.

Joe Cross spricht immer von einem "Reboot"
So, als würde man sich als Computer herunterfahren und dann neu starten.
Durch ein Saftfasten hat man die Chance, seine alten Gewohnheiten erst mal hinter sich zu lassen.
Auch seine alten Portionsgrößen oder Fast-Food-Vorlieben

wie fange ich an?

Ich empfehle, irgendwo einen Entsafter auszuleihen.
Es gibt fertige Saftfastenkuren teuer zu kaufen - mir wäre das Risiko, die Säfte nicht zu mögen, einfach zu hoch.
Da ich einen Garten voller Apfelbäume habe, war schon ein Entsafter vorhanden.

Wer keine Ideen hat, welche Gemüse-Obstsorten als Saft schmecken, findet ein Internet voller Saftrezepte.
Ich werde hier auch meine leckersten Säfte aufschreiben.

Wirklich, man braucht keine teuren Materialien oder Anleitungen.

Kommentare:

  1. Hi Carola! Ich starte gerade das erste Saftfasten. Sicher kannst du mir sagen, wieviel ml man am Tag von zb dem mean Green Juice trinken darf?!

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    1. Es ist eher so, dass Du darauf achten musst, genug zu trinken. Bei Gemüsesäften musst Du Dir nicht noch Mengenbeschränkungen antun (außer Du pürierst auch gern Avocados hinein ... dann nimmst Du nicht ab). Aber von grünen Gemüsesäften kannst Du ruhig trinken, soviel Du magst. Bei Obstsäften ist Vorsicht geboten - von denen kann man schnell Sodbrennen bekommen, von der Säure von werden oder vom Fruchtzucker zunehmen - aber bei Gemüsesäften bedien Dich, wenn Du sie selbst machst. Bei gekauften Säften musst Du unbedingt darauf achten, dass sie nicht gesalzen sind.

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  2. Im übrigen:ich mag deinen Blog, du hast so viel Humor!

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  3. DANKE für die schnelle Antwort! Dann hätte ich gestern wohl etwas zu wenig, ging aber auch.Hoffe ich halte bis Ostern durch. Habe mir natürlich so eine Höllenmaschine zugelegt, wovon tatsächlich die ganze Familie begeistert ist! Vor allem meine vegetarisch lebende große Tochter. Einen schönen Tag :) aus Tornesch

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  4. Liebe Carola du kennst mich als arbria aus dem Hausfrauenforum. Auf deinen Link hin habe ich mir den Film angesehen und bin Feuer und Flamme. DAS will ich auch. Gibt es da Richtlinien an die man sich halten muss? Wie ist das mit den Mengen an Saft pro Tag? Ich habe ein ziemlich hohes Ausgangsgewicht wie die Jungs im Video aber die zwei haben mir Mut gemacht. Hast du vielleicht noch Hilfestellung für mich? Ich freue mich sehr von dir zu hören. Liebe Grüße Marion (arbria )

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